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Wer
war Rudolph Wiedemann?
Zur Person
Rudolph Wiedemann war
Kaplan und Geschichtsschreiber in Odenkirchen und der jüngere Bruder von Dechant Ludwig Wiedemann.
Am 12. November 1838 in Praest bei Emmerich geboren,
erhielt er seine Ausbildung am Gymnasium zu Köln, den Universitäten
Bonn und Tübingen sowie am Priesterseminar in Köln. Er gehörte
zu den letzten Priestern, die vor dem Kulturkampf in der rheinischen
Metropole geweiht werden konnten. Für kurze Zeit war er Rektor des
Klosters zu Kalk, verbrachte
dann aber sein Leben in Odenkirchen, wo er in der Seelsorge
aushalf. Ein Nervenleiden hinderte ihn daran, selbstständigeren
Aufgaben nachzugehen; seit 1884 war er gelähmt und seit 1902
bettlägerig. Er starb am 31. Januar 1911 in Odenkirchen.
Zum Werk
1879 veröffentlicht Rudolph Wiedemann im Selbstverlag die
„Geschichte der ehemal. Herrschaft und des Hauses
Odenkirchen“. Das Buch umfasst 398 Seiten. Im ersten Teil
behandelt er die politische Geschichte und im zweiten Teil geht er
auf die Geschichte Odenkirchens in kirchlicher Beziehung ein. Es
ist sein Verdienst, dass er mit diesem Werk erstmals
einen nicht dezidiert
konfessionell geschriebenen Überblick bietet.
In seinem Vorwort schreibt er: „Über Odenkirchen,
seinen Ursprung und seine Vergangenheit war bisher nur Weniges
bekannt, und dieses Wenige, hauptsächlich auf Erzählung von
Geschlecht zu Geschlecht beruhend, war ungenügend, unzuverlässig
und drohte dazu mehr und mehr der Vergessenheit anheim zu fallen.
Es wurde deshalb zu wiederholten Malen und von den verschiedensten
Seiten, besonders aber auch von dem Ortsbürgermeister Hrn. Duven
die Aufforderung und das Ersuchen an mich gerichtet, den Versuch
zur Abfassung einer Geschichte Odenkirchens zu machen, um so dem
Verschwinden der Erinnerungen an die alte „Herrlichkeit“
Odenkirchen vorzubeugen und vielleicht das Bekannte durch
Auffinden von neuem, bisher unzugänglichem Material zu vervollständigen“.
Inzwischen sind fast 130 Jahre ins Land gegangen. Die
Geschichtsschreibung hat auch über Odenkirchen neue Erkenntnisse
zu Tage gebracht. So zum Beispiel, dass das Jahr der Ersterwähnung
Odenkirchens von 1028 auf einer Fälschung beruht. Heute wissen
wir, das der Name Odenkirchen tatsächlich erstmals im Jahre 1107
in einer Urkunde auftaucht. Das aber schmälert nicht das
Verdienst von Rudolph
Wiedemann, mit diesem – auch heute noch vielfach zitiertem
- Werk eine nicht nur für die damalige Zeit bedeutende
Leistung vollbracht zu haben.
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