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Heimatverein Odenkirchen stellt „Wiedemann“ vor

am  25. November 2008 

 

v.l.n.r.: Thomas Driesch, Schatzmeister; Renate 

Zimmermanns, BV; Rolf Lüpertz, Vors.; Henny Scholz, GF; 

Manfred Lebbing, Antiquariat am St. Vith

Blick in die Pressekonferenz im Burgturm

Fotos: Werner Scholz

Am Dienstag, 25. November, wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Nachdruck des1879 ersterschienen Buches über die „Geschichte der ehemaligen Herrschaft und des Hauses Odenkirchen“ von Kaplan Rudolph Wiedemann vorgestellt. Der Historische Ausschuss im Heimatverein Odenkirchen hat in Zusammenarbeit mit dem „Antiquariat am St. Vith“ dieses wichtige Buch für Odenkirchen in einer Auflage von insgesamt 300 Exemplaren nachdrucken lassen.

 

Der Vorsitzende des HVO, Rolf Lüpertz, begrüßte die anwesenden Pressevertreter. Im Anschluss stellte der stellvertretende Vorsitzende des Historischen Ausschuss im HVO, Thomas Driesch, das Buch kurz vor. Er führte aus, dass sich das Werk hervorragend in die Liste der vom HVO herausgegebenen Bücher und Schriften einreihen lässt. Genau betrachtet stellt es sogar den Vorläufer aller über Odenkirchen veröffentlichten Schriften dar. Auf jeden Fall ist es jedoch die erste, veröffentlichte Zusammenfassung Odenkirchener Geschichtsschreibung und damit auch eine wichtige Grundlage für den, der Näheres über die Geschichte und Entwicklung des Ortsteils Odenkirchen erfahren möchte. 

 

Abschließend wurde von Thomas Driesch auch noch darauf hingewiesen, dass der Historische Ausschuss es sich

zur Aufgabe gemacht hat, diese Geschichtsschreibung mit seiner Schriftenreihe „Odenkirchen, gestern und heute“ fortzusetzen. Auf der Website des HVO findet man dazu auch eine Bücherliste über die bisherigen Veröffentlichungen. siehe >>

 

Auch die Bezirksvorsteherin Renate Zimmermanns äußerte sich zu dem nun neu aufgelegten Buch. Sie dankte dem Historischen Ausschuss im Heimatverein für seine Arbeit und regte an, die Geschichte Odenkirchens auch den Kindern und Jugendlichen bereits im Schulunterricht näher zu bringen. Diese Anregung wird vom HVO in Zukunft aufgegriffen.

Das Buch ist im Burgturm zu den üblichen Bürozeiten zum Preis von € 29,80 zu erwerben.

 

Siehe auch Bericht der Rheinischen Post vom 28.11.2008  hier >>

 

 

Wer war Rudolph Wiedemann? 

Zur Person

Rudolph Wiedemann war Kaplan und Geschichtsschreiber in Odenkirchen und der jüngere Bruder von Dechant Ludwig Wiedemann.  

Am 12. November 1838 in Praest bei Emmerich geboren, erhielt er seine Ausbildung am Gymnasium zu Köln, den Universitäten Bonn und Tübingen sowie am Priesterseminar in Köln. Er gehörte zu den letzten Priestern, die vor dem Kulturkampf in der rheinischen Metropole geweiht werden konnten. Für kurze Zeit war er Rektor des Klosters zu Kalk, ver­brachte dann aber sein Leben in Odenkirchen, wo er in der Seelsorge aushalf. Ein Nervenleiden hinderte ihn daran, selbstständigeren Aufgaben nachzugehen; seit 1884 war er gelähmt und seit 1902 bettlägerig. Er starb am 31. Januar 1911 in Odenkirchen.

Zum Werk

1879 veröffentlicht Rudolph Wiedemann im Selbstverlag die „Geschichte der ehemal. Herrschaft und des Hauses Odenkirchen“. Das Buch umfasst 398 Seiten. Im ersten Teil behandelt er die politische Geschichte und im zweiten Teil geht er auf die Geschichte Odenkirchens in kirchlicher Beziehung ein. Es ist sein Verdienst, dass er mit diesem Werk erstmals einen nicht dezidiert konfessionell geschriebenen Überblick bietet.    

In seinem Vorwort schreibt er: „Über Odenkirchen, seinen Ursprung und seine Vergangenheit war bisher nur Weniges bekannt, und dieses Wenige, hauptsächlich auf Erzählung von Geschlecht zu Geschlecht beruhend, war ungenügend, unzuverlässig und drohte dazu mehr und mehr der Vergessenheit anheim zu fallen. Es wurde deshalb zu wiederholten Malen und von den verschiedensten Seiten, besonders aber auch von dem Ortsbürgermeister Hrn. Duven die Aufforderung und das Ersuchen an mich gerichtet, den Versuch zur Abfassung einer Geschichte Odenkirchens zu machen, um so dem Verschwinden der Erinnerungen an die alte „Herrlichkeit“ Odenkirchen vorzubeugen und vielleicht das Bekannte durch Auffinden von neuem, bisher unzugänglichem Material zu vervollständigen“.

Inzwischen sind fast 130 Jahre ins Land gegangen. Die Geschichtsschreibung hat auch über Odenkirchen neue Erkenntnisse zu Tage gebracht. So zum Beispiel, dass das Jahr der Ersterwähnung Odenkirchens von 1028 auf einer Fälschung beruht. Heute wissen wir, das der Name Odenkirchen tatsächlich erstmals im Jahre 1107 in einer Urkunde auftaucht. Das aber schmälert nicht das Verdienst von Rudolph Wiedemann, mit diesem – auch heute noch vielfach zitiertem  - Werk eine nicht nur für die damalige Zeit bedeutende Leistung vollbracht zu haben.   

 

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