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Ersterwähnung von
Odenkirchen im Jahre 1107
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Urkunde aus dem Jahre 1107 Repro: Hauptstaatsarchiv Düsseldorf
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Im Jahre 1107 taucht zum ersten Mal der Name Odenkirchen auf und zwar in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Friedrich II vom 9. Januar 11071. Hierin werden ein "Herimannus comes de udenchirchen2, frater eius arnoldus" (Graf Hermann von Odenkirchen und sein Bruder Arnold) als Zeugen benannt, siehe nachfolgenden Ausschnitt.
Ausschnitt:
Anfang der vierten Zeile von unten Im Laurentiusboten von Pfarrer Franz Rixen ist noch das in der Urkunde genannte Jahr MCVI (1106, in der zweiten Zeile von unten) zugrunde gelegt. Wie jedoch aus den Regesten (der Zusammenfassung des rechtsrelevanten Inhalts einer mittelalterlichen Urkunde) der Erzbischöfe von Köln (siehe Kasten) hervorgeht, hat der Schreiber der Urkunde am 9. Januar gewohnheitsmäßig noch das alte Jahr angegeben. Das richtige Entstehungsjahr 1107 ist zweifelsfrei herzuleiten aus der "indic tione XV " (Indiktion 15) - dem noch von den Römern stammenden Steuerzeitraum - und der Angabe des Regierungsjahres von Heinrich II (Anno regni Henrici regis II). Der 9. Januar des römischen Kalenders ergibt sich aus "V idus januarij": fünf Tage vor dem mitzuzählenden 13. Januar, dem Idus, (die "Iden"), siehe nachfolgenden Ausschnitt.
Ausschnitt: Ende der zweiten Zeile von unten
Die Urkunde, von der das
Hauptstaatsarchiv Düsseldorf dem Heimatverein Odenkirchen eine
Farbkopie zur Verfügung gestellt hat, ist - wie zu diesem Zeitpunkt üblich
- in lateinischer Sprache abgefasst und in gotischer
Urkundenschrift, der "Diplomatischen Minuskel", geschrieben,
die im 11. bis 13. Jahrhundert rund um das Heilige Römische Reich von Königen,
geistlichen und weltlichen Größen angewandt wurde. Die Schrift ist
gekennzeichnet durch die hoch herausgezogenen Oberlängen, die durch
zierliche Schlingen und Schleifen ausgeschmückt wurden. Mit der
Betonung der Vertikale zeigt sich hier (1107) bereits ein Merkmal des
100 Jahre später einsetzenden gotischen Baustils. Forschungsergebnisse haben die noch bei Rixen erwähnte, angebliche
Ersterwähnung Odenkirchens von 1028 in einem anderen Licht erscheinen
lassen. Danach gehört der Beleg, in dem ein "Christian de
Hudenkirchen" erwähnt wird, in den Komplex der "Brauweiler Fälschungen",
die im 12. Jahrhundert entstanden sind2.
Aber all dies sagt natürlich noch nichts aus über das wirkliche Alter Odenkirchens aus. Nach Rixen ist die Annahme berechtigt, dass die Burg Odenkirchen aus einem fränkischen Saalhof hervorgegangen ist. Bereits 837 wird der "Mühlgau" erwähnt, der erste fassbare politische Raum, in dem das Odenkirchener Gebiet liegt.
1) Hauptstaatsarchiv Düsseldorf: Gerresheim 7; REK II, Nr. 44 2) Zur Entwicklung der Schreibweise des Namens Odenkirchen siehe hier >> 3)
Loca Desiderata – Mönchengladbacher Stadtgeschichte Bd. 1, S. 454
Übersetzung der Datierung(letzter Satz der Urkunde: „Actum a. inc. ...“)4
Verhandelt
wurde eben dieses im Jahr der Menschwerdung des Herrn 1106, in der 15.
Indiktion, an den 5 Iden des Januars, unter der Herrschaft König
Heinrichs II, als Heizzecha in Gerresheim [dem Kloster] vorstand und zu
damaliger Zeit Äbtissin bei den heiligen Jungfrauen (das ist St.
Ursula) in Köln war. 4) Übersetzung
durch Dr. Wolfgang Herborn, dem Verfasser von „Odenkirchen im
Mittelalter“ in Loca Desiderata – Mönchengladbacher
Stadtgeschichte, Band 1. |